"Ich freue mich, Verwaltungsratsvorsitzende von diesem tollen Verein zu sein!" - Brigitte Lösch im Interview

Frau Lösch ist Sozialpädagogin und war 20 Jahre Landtagsabgeordnete in Stuttgart. Sie ist Feministin und macht sich schon lange für Frauen- und Jugendpolitik stark. Im Interview berichtet sie von ihrer Tätigkeit als Verwaltungsratsvorsitzende im VIJ und was sie daran besonders schätzt.

Frau Lösch, Sie sind unsere Verwaltungsratsvorsitzende. Was heißt das genau?

Das heißt, dass ich den Verein nach außen hin in der Öffentlichkeit vertrete. Durch meine langjährige Arbeit im Landtag, kann ich die Vertretung besonders gut politisch umsetzen. Zum Verwaltungsrat zählen gemeinsam mit mir drei weitere Mitglieder*innen: Herr Osing, Herr Janus und Frau Duong. Wir treffen uns regelmäßig zu Verwaltungsratssitzungen. Dabei begleiten und unterstützen wir unseren Vorstand Herrn Kraus. Wir genehmigen u.a.  den Wirtschaftsplan und überprüfen die laufenden Finanzierungen. Auch die grundsätzlichen Zielsetzungen für den Verein werden von uns getroffen.

Wie lange sind Sie schon dabei?

Seit 2016 bin ich Mitglied im Verein und Verwaltungsratsvorsitzende. Das heißt, das sind jetzt schon sechs Jahre!

Wie haben Sie den VIJ kennengelernt?

Der VIJ liegt hier in meinem Stadtteil. Da ich hier wohne, bin ich jahrelang am VIJ vorbeigelaufen und habe mich gefragt, „was ist der VIJ?“. Das hat mir anfangs gar nichts gesagt. Dann habe ich das Jugendwohnheim kennengelernt und wurde zur Schirmherrin vom FIZ. Das heißt ich unterstütze das FIZ schon seit einigen Jahre bei der Arbeit und als politische Begleiterin.

Inwiefern ist Ihre Arbeit politisch? Was bedeutet das, den Verein politisch zu vertreten und zu begleiten?

Naja, es geht ja immer um Finanzierung. Da wünsche ich dem VIJ für die Zukunft, dass wir mehr institutionelle Förderung erhalten. Und was heißt politisch? Politisch heißt vor allem Lobbyarbeit, das heißt beim Land und der Stadt unsere Ziele vorzustellen und für eine ausreichende Finanzierung zu werben. Damit die Politiker*innen auch wissen, wer oder was der VIJ überhaupt ist.

Was gefällt Ihnen am VIJ besonders, Warum engagieren Sie sich hier?

Wir sind ein toller kleiner Verein, der unfassbar schnell auf Herausforderungen reagieren kann. Zum Beispiel waren wir, glaube ich, eine der Ersten, die Sprachkurse für die Ukrainer*innen angeboten haben. Ich finde es ist wichtig, Gutes zu tun und das auch nach außen zu tragen! Das vergessen Sozialarbeiter*innen manchmal, deshalb mache ich das! (Lacht) Der VIJ ist außerdem ein unglaublich alter Verein, der 1882 gegründet wurde und sich schon immer um Frauen gekümmert hat, die u.a. zum Arbeiten hier her gekommen sind. Aber nicht nur das, hier ist jede*r bei den Unterstützungs-, Beratungs- und Begleitangeboten herzlich willkommen, egal welche Nation, Geschlecht oder Religion. Auch das Miteinander und die Vielfalt und Breite der Angebote - vom FIZ, über die Bahnhofsmission, bis zu den Sprachkursen, FairCare usw. - Ich glaube es gibt keinen anderen Träger, der so bunt und vielfältig ist, wie der VIJ! Ich schätze die Arbeit im VIJ sehr und möchte den Verein mit all meinen Kontakten und Ideen unterstützen.

Was ist für Sie ein besonderes Highlight?

Also ich finde das größte Highlight war, wenn man während der Coronazeit im Stadtbezirk unterwegs war und die Kultur am offenen Fenster erleben konnte und die Straßenfeste, die man so mitbekommt. Mit dem Urban Garden sind wir prämiert worden und hingen im StadtPalais als ausgezeichnetes Projekt! Oder auch die Mitgliederversammlung im letzten Jahr, bei der unser neuer Vorstand Herr Kraus in einem ganz schönen und feierlichen Miteinander eingeführt wurde. Das hat mich auch sehr berührt.

Was wünschen Sie dem VIJ für die nächsten Jahre?

Viele engagierte ehrenamtliche und viele tolle hauptamtlichen Kräfte! Vor allem eine auskömmliche Finanzierung, damit wir nicht immer von Projekt zu Projekt hüpfen müssen und die hauptamtlichen Stellen ausreichend finanziert sind. Aber auch, dass wir ein gutes Standing hier im Stadtteil haben. Ich wünsche mir außerdem, dass der VIJ die Anerkennung und Wertschätzung in der Öffentlichkeit, im Stadtteil und der Politik bekommt, die er auch verdient hat. Auch, dass er sichtbar ist und als toller Player in der großen Familie der Träger gesehen wird. Ich freue mich sehr, Verwaltungsratsvorsitzende von diesem tollen Verein zu sein! (lacht)

Vielen Dank für das Interview!

Interview vom Juli 2022