Minderjährige Betroffene von Menschenhandel brauchen bedarfsgerechten Schutz und Unterstützung!

Geschrieben von KOK e.V.– Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel Veröffentlicht: .

Berlin: Anlässlich des europäischen Tags gegen Menschenhandel und der Veröffentlichung des „Bundeskooperationskonzepts zum Schutz und Hilfen bei Handel mit und Ausbeutung von Kindern“ fordert der KOK die Ausweitung und finanzielle Stärkung des Unterstützungssystems für Betroffene von Menschenhandel, um auch minderjährigen Betroffenen ausreichend gerecht zu werden.

Handel mit und Ausbeutung von Kindern stellen gravierende Menschenrechtsverletzungen und eine Missachtung des Kindeswohls dar. Um Kinder zu schützen, bei der Bewältigung des Erlebten zu unterstützen und effektive Strafverfolgung zu gewährleisten, ist eine vertrauensvolle und guteKooperation aller Beteiligten Voraussetzung. Entsprechende Empfehlungen für den Aufbau von Kooperationsstrukturen in den Bundesländern sind im  Bundeskooperationskonzept detailliert beschrieben. „Damit die Empfehlungen des Kooperationskonzepts auch praktisch greifen können, muss das Hilfesystem bundesweit deutlich ausgeweitet und mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden.“ sagt die Geschäftsführerin des KOK e.V. Sophia Wirsching. „Kinder und Jugendliche, die von Menschenhandel betroffen sind, müssen Beratung und Unterbringungsmöglichkeiten tatsächlich in Anspruch nehmen können – vielerorts fehlen derartige Angebote speziell für minderjährige Betroffene von Menschenhandel bislang oder sind nur in einem unzureichenden Ausmaß vorhanden.“ betont auch Monika Nürnberger, Vorstandsmitglied des KOK e.V.

Die Empfehlungen im Bundeskooperationskonzept, das heute veröffentlicht wird, beziehen sich auf die Zusammenarbeit von Jugendamt, Polizei, Fachberatungsstellen und weiteren Akteuren zur Identifizierung und zum Schutz von Kindern als Opfer von Menschenhandel. Sie wurden von ECPAT Deutschland e.V. im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gemeinsam mit dem KOK erarbeitet. Das Konzept soll eine effektive und am Kind orientierte Zusammenarbeit zwischen Behörden, Nichtregierungsorganisationen und sonstigen Einrichtungen unterstützen.

Der KOK ist ein Zusammenschluss von Fachberatungsstellen für Betroffene von Menschenhandel und weiteren Organisationen, die zu Menschenhandel, Ausbeutung und Gewalt an Migrantinnen arbeiten. Die Erfahrungen seiner Mitgliedsorganisationen prägen die Vorschläge für organisatorische und kommunikative Strukturen, die Kooperationsmechanismen zum Schutz der Betroffenen von Menschenhandel stärken.

V.i.S.d.P. und Rückfragen an:
KOK e.V.– Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Menschenhandel
Kurfürstenstr. 33
10785 Berlin
Tel.: 030 / 26 39 11 76
E‐Mail : info@kok‐buero.de
Webseite: www.kok‐gegen‐menschenhandel.de

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