Die Geschichte des VIJ

Im Jahr 1882 gegründet, kann der VIJ auf eine lange Geschichte zurückblicken. 

Die Geschichte des VIJ beginnt mit der ersten Frauenbewegung zum Ende des 19. Jahrhunderts. In deren Folge wurde 1882 der VIJ  (damals: „Deutscher Verein der Freundinnen junger Mädchen“) von evangelischen Frauen gegründet. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die auf Arbeitssuche vom Land in die Stadt reisenden jungen Frauen vor Ausbeutung am Arbeitsplatz und vor Zwangsprostitution zu schützen und sie sicher in Wohnheimen unterzubringen. Daraus entstanden die Bahnhofsmission und das Jugendwohnheim des VIJ in Stuttgart.

Nach seiner erzwungenen Schließung während des Krieges gründete sich der Verein in den 1950er Jahren in Württemberg neu und erweiterte seine Arbeit mit Blick auf die ankommenden Gastarbeiterinnen. Es wurden Beratungsdienste, Kurs- und Begegnungsangebote initiiert, um den Frauen die schwere Anfangszeit im fremden Deutschland zu erleichtern. Auf diese Weise wurde der Grundstein für die heutige Integrationsarbeit gelegt.

Heiratsmigration und die Ausbeutung von ausländischen Frauen waren Themen, mit denen in den 1980er Jahren Organisationen im kirchlichen Kontext konfrontiert und zum Handeln aufgefordert worden waren. Der VIJ übernahm die Verantwortung und Trägerschaft für die neu gegründete Beratungsstelle „Fraueninformationszentrum-FIZ“, in der Frauen bis heute Unterstützung und Begleitung finden können.

Aus dieser Geschichte sind die aktuellen Bereiche des VIJ hervorgegangen. Der VIJ ist Träger von Bahnhofsmissionen in Württemberg und bietet verschiedene Bildungs- und Beratungsangebote an.

Mit seinem Grundsatz „vielfalt. integration. jetzt!“ setzt sich der VIJ für die Menschen ein und unterstützt sie, sich in ihrem neuen, gesellschaftlichen Umfeld zu integrieren.
Der VIJ ist als ein eigenständiger, gemeinnütziger Verein Mitglied der Diakonie.

 

Die Anfänge des Fraueninformationszentrums FIZ - Gründerinnen berichten



Das FIZ wurde 1987 von engagierten Frauen und Männern gegründet. Im Film berichten sie davon, was sie bewegt hat und wie sie das FIZ auf den Weg gebracht haben:

Frau Widmann ehemalige Hauptgeschäftsführerin der evangelischen Frauenhilfe in Württemberg „Eine Stelle wie das FIZ müsste irgendwann überflüssig werden!“

Herr Pfäfflin – ehemaliger Leiter des Zentrums für entwicklungsbezogene Bildung. „Wir brauchen Aufklärungsarbeit und eine Anlaufstelle für die Frauen, die von Sextourismus und Heiratshandel betroffen sind!“

Walter Meißner – ehemals Vorsitzender des Männerwerks der Evangelischen Landeskirche in Württemberg: „Auch Männer müssen im Boot sein, wenn man über Prostitution spricht!“

Resi Bokmeier, ehemals bei der Arbeitsstelle für Erwachsenenbildung der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Bereich Frauenbildung. „Dass Frauen aufrecht gehen können und wissen: Ich bin es wert!“